Kai Ulrich – der Trainer der voller Engagement und Leidenschaft Kampfsport unterrichtet

Kampfsport Zug: Herr Kai Ulrich, können Sie unseren Lesern kurz etwas über Ihren Werdegang erzählen? Wie waren Ihre Anfänge im Kampfsport?

Kai Ulrich: Als Kind trainierte ich Judo und als junger Erwachsener dann mehrere Jahre Karate.

Kampfsport Zug: Wie kam es dazu, dass Sie später in Thailand Muay Thai trainiert haben? Haben Sie auch an Wettkämpfen teilgenommen?

Kai Ulrich: Da meine Frau aus Thailand kommt, gehen wir regelmässig nach Thailand, für Familienbesuch und Ferien. Die Kunst des Muay Thai hat mich schon immer fasziniert. Jedes Mal wenn wir nach Thailand gehen, nutze ich die Möglichkeit, dort Muay Thai zu trainieren. Für mich ist Muay Thai eines der effektivsten Stand-up-Kampfsysteme. Und es macht jedes Mal riesen Spass und ist sehr lehrreich, mit so erfahrenen Kämpfern zu trainieren. Ich selber nehme aber nicht an Wettkämpfen teil.

Kampfsport Zug: Wie sind Sie später auf Krav Maga aufmerksam geworden?

Kai Ulrich: Als ich mit dem Karate aufhörte, habe ich in verschiedenen Schulen verschiedene Stile ausprobiert, dann wurde ich auf die Schule 2Fight in Cham aufmerksam, welche Krav Maga anbietet. Da mir Krav Maga als einfache und effiziente Selbstverteidigung bekannt war, wollte ich es unbedingt ausprobieren und trainieren. Später begann ich beim selben Lehrer auch Yoshin-Ryu Ju-Jitsu, eine sehr traditionelle Version des japanischen Ju-Jitsu, zu trainieren.

Kampfsport Zug: Mussten Sie Ihr Können bereits auf der Strasse anwenden? Wie war Ihre Erfahrung als Kampfsportler?

Kai Ulrich: Es ist schon einige Jahre her, aber ja, leider musste ich mich auch schon auf der Strasse verteidigen. Meine Erfahrung ist, dass alles sehr schnell geht, daher darf man, wenn es losgeht, nicht zögern. Das Selbstverteidigungs- und Kampfsporttraining hat mir definitiv geholfen, relativ gut aus den gefährlichen Situationen herauszukommen. Das Krav-Maga-Training zielt aber auch darauf ab, Gefahren zu erkennen und sie zu umgehen. Man sollte sich bewusst sein, auf der Strasse ist alles möglich, es gibt keine Regeln. Waffen können zum Einsatz kommen oder es ist auch möglich, dass man es mit mehreren Angreifern zu tun hat. Es gibt keinen Ringrichter, der den Kampf stoppt, und auch keine Regeln.

Kampfsport Zug: Gibt es neben Ihrem Training und Ihrer regulären Arbeit noch Platz und Zeit für Ihre Familie?

Kai Ulrich: Natürlich! Familie und Freunde sind für mich sehr wichtig. Darum unternehme ich sehr viel mit meiner Familie und meinen Freunden.

Kampfsport Zug: Gibt es Menschen, denen Sie Krav Maga ganz besonders empfehlen, bzw. solche, denen Sie eher davon abraten würden?

Kai Ulrich: Besonders empfehlen würde ich es Menschen, die sich unsicher fühlen oder Angst haben. Denn Selbstverteidigung bzw. Kampfsporttraining stärkt das Vertrauen in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten. Abraten würde ich niemandem, jede und jeder sollte es selber ausprobieren.

Kampfsport Zug: Wie bilden Sie sich im Kampfsport weiter?

Kai Ulrich: Durch regelmässiges Training und Seminare in Selbstverteidigung und Kampfsport. Ich habe das Glück, sehr gute Lehrer zu haben, welche mich jederzeit unterstützen und mir helfen, mich weiterzubringen.

Kampfsport Zug: Welche Methode setzen Sie ein, um Ihre Technik zu verbessern? Haben Sie eine spezielle Technik?

Kai Ulrich: Da gibt es viele, im Yoshin-Ryu Ju-Jitsu oder auch im Karate sind es z. B. Katas und Grundschultechniken. Im Kampfsport oder Krav Maga verschiedene Drills oder auch Grundschultechniken und natürlich Sparring und vieles mehr. Mir hilft es manchmal, Techniken langsam und bewusst zu machen, dann wieder schnell und dynamisch. Richtige Wiederholung von Techniken ist sicher ein Schlüssel, um sich zu verbessern. Übung macht den Meister ist nicht einfach nur ein Spruch.

Kampfsport Zug: Welche anderen Sportarten oder Wettkämpfe verfolgen Sie regelmässig?

Kai Ulrich: Neben Kampfsport eigentlich nur Eishockey. Das habe ich früher selber gespielt und mir gefällt das dynamisch schnelle und körperlich intensive Spiel sehr.

Kampfsport Zug: Können Sie unseren Lesern kurz erklären, was der wesentlichste Unterschied zwischen Karate und Krav Maga ist?

Kai Ulrich: Kurz gesagt, im Karate gibt es viel mehr Techniken und Formen (Katas) zum Lernen. Im Krav Maga gibt es keine Katas und es wird eine kleinere Anzahl an Techniken trainiert als im Karate.

Kampfsport Zug: Welche Zeitschriften oder Websites benutzen Sie, um sich über Kampfkunst & Selbstverteidigung zu informieren?

Kai Ulrich: Im Moment vor allem Bushu News – die Seite finde ich sehr informativ und gut.

Kampfsport Zug: Welche Voraussetzung muss jemand erfüllen, um Krav Maga zu trainieren?

Kai Ulrich: Bei uns im 2Fight muss man 17 Jahre alt und körperlich gesund sein, damit man das Training mitmachen kann.

Kampfsport Zug: Haben Sie noch persönliche Ziele im Kampfsport oder im Krav Maga?

Kai Ulrich: Im Krav Maga sicher die Trainerausbildung abzuschliessen und natürlich in allem, was ich trainiere, mich ständig zu verbessern. Es hört ja nie auf, Kampfkunst und Kampfsport wird immer ein wichtiger Teil meines Lebens sein.

Seitens Kampfsport Zug führte Raoul Haldimann das Interview mit Kai Ulrich. Kai unterrichtet im 2Fight Center Zug.